RFID Technologie in Lederkombis

RFID Technologie in Lederkombis

10.01.2021

NFC-Daten für die Patientenakte

“Was können wir über die Komponenten Airbag oder Protektoren hinaus noch entwickeln, um die Sicherheit zu erhöhen? Das war die Anfangsfrage. Das Ergebnis: eine NFC-basierte Lösung zur Information von Ersthelfern“, berichtet Pohl rückblickend. „Nahezu jeder Ersthelfer hat das benötigte Equipment zum Erfassen der Notfalldaten in der Hosentasche – ein NFC-fähiges Smartphone“, erklärt Pohl und führt aus, „Ein Patch mit einem Notfallsymbol am Oberarm weist auf die Position des NFC-Transponders hin. Der NFC-Tag, der zukünftig in jede Lederkombi eingenäht wird, kann auf Wunsch mit Gesundheitsdaten, wie Blutgruppe,

Medikamentenunverträglichkeit, Allergien oder Vorerkrankungen, kodiert werden. Auch Kontaktdaten von Ansprechpartnern für den Notfall können gespeichert werden. In der Testphase liegen die Daten auf einem Web-Server. In der finalen Ausführung werden alle Informationen direkt auf dem internen Speicher des NFC-Chips gespeichert. Das hat zwei Gründe. „Erstens besteht nicht überall, wo Unfälle passieren, eine stabile Mobilfunkverbindung, um Daten aus dem Web abzurufen. Zweitens wird der Datenschutz optimaler gewährleistet, wenn die Daten nicht zentral hinterlegt sind“, so Pohl.

Feedback aus der Motorrad Szene

Rennkombi News

Die größte Herausforderung sieht Pohl eher darin, die breite Öffentlichkeit über die Funktionsweise zu informieren. „Die innovativste Idee bringt keinen Sicherheitsgewinn, wenn kein Ersthelfer weiß, dass es sie gibt. Daher werden wir über verschiedene Kanäle und Netzwerke viel Aufklärungsarbeit betreiben.“ Die Lösung ist aber nicht nur geeignet, um die Sicherheit auf öffentlichen Straßen zu verbessern, sondern auch auf Rennstrecken ist der Einsatz effektiv. Rennstreckenbetreiber befürworten die Tag-Lösung, denn das medizinische Personal hat auch bei einem Rennen nicht alle Daten der Fahrer schnell präsent. Die NFC-Lösung direkt am Ort des Unfallgeschehens unterstützt die notwendigen Hilfsmaßnahmen und erzeugt schnelle Abläufe. Und genau diese Schnelligkeit und Transparenz kann entscheidend sein.“

Deutschlandweit fast 30.000 Motorradunfälle im Jahr 2019

Auf deutschen Straßen stehen laut Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes 4,4 Millionen Krafträder 46,6 Millionen Pkw gegenüber. Im Durchschnitt verunglücken auf 1.000 zugelassene Motorräder sechs Fahrer. Bei Pkw liegt die Anzahl bei fünf Fahrern. 542 Motorradfahrer kamen bei Unfällen ums Leben. Damit ist das Risiko für Motorradfahrer, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, 4-mal so hoch wie für Insassen in Pkw.

Airbag MAßkombi

Wie können sich Motorradfahrer schützen?

Die Möglichkeiten sind eingeschränkt. Motorräder haben im Vergleich zum Pkw keine physischen Schutzzonen. Helm, Lederkombi, Handschuhe und Stiefel sind die einzigen Komponenten, um bei einem Crash Verletzungen abzumildern. Protektoren aus speziellem Kaltschaum, die in die Lederkombi eingearbeitet werden, können bei einem Sturz einen Teil der Aufprallenergie abfedern. Bis zu 14 Protektoren können in Lederkombis von Mass Sport Germany eingesetzt werden. “Damit ist das Maximum an Sicherheit erreicht“, erläutert Pohl.

Airbag für Motorradfahrer?

Airbag technologie

Wer noch sicherer unterwegs sein will, kann ein Airbag System in die Lederkombi integrieren lassen. Das Airbag System schützt den kompletten Oberkörper, den Kopf und den Nacken bei einem Aufprall. Die Auslösung des Airbags erfolgt über

einen ebenfalls in die Lederkombi integrierten Sensor, der die Bewegungen des Fahrers in Echtzeit erfasst. Optional kann der integrierte Sensor mit einem weiteren Sensor gekoppelt werden, der an der Motorradgabel befestigt wird. Die jeweilige

Fahr- oder Sturzsituation wird über die Sensordaten analysiert. Wird ein Unfall oder Sturz über die Sensorparameter registriert, füllt sich der Airbag in Millisekunden vor einem Aufprall. Der Kombi-sensor löst innerhalb von 62 Millisekunden, der Gabelsensor in 31 Millisekunden den Airbag aus. Mit den Protektoren und dem Airbag wird, laut Pohl, das absolute Maximum an Sicherheit erreicht. Genau an diesem Punkt setzte vor sechs Monaten die Entwicklungsarbeit ein.

Die Technologie im Maßgeschneiderten Lederkombi

RFID Innovation in Lederkombi

Der Laundry-Tag in Disc-Bauform aus der Produktfamilie ‘Maxdura’ ist ein vollständig gekapselter Transponder mit einem Durchmesser von 15 Millimetern und einer Bauhöhe von 2,6 Millimetern. Der Laundry-Tag ist für hohe Temperaturen, Druck, Feuchtigkeit und chemische Reinigungsprozesse geeignet. “Motorradfahrer sind bei jedem Wetter unterwegs. Regen und Sonne wirken auf die Ledermaterialien ein. Einige Fahrer reinigen ihre Kombi in der heimischen Badewanne auch mit chemischen Pflegemitteln“, erläutert Pohl. Der Tag muss daher eine hohe Beanspruchung aushalten.